Auf Raubritters Spuren
Das Dahner Felsenland kann mit Fug und Recht als "Pfälzer Burgenland" bezeichnet werden.
Sage und schreibe 16 Burgen und Burgruinen gibt es hier und im angrenzenden Nordelsass zu besichtigen – ein Abenteuerspielplatz für Groß und Klein, lassen die alten Gemäuer doch die längst vergangene Welt der Edelleute und Raubritter wieder lebendig werden. Geheimnisvolle Felsengänge führen hinab in Felskammern und Verliese, und hoch droben auf den Zinnen meint man sie schon fast sehen zu können, die gegnerischen Ritter und Knappen mit ihren bunten Bannern...
Sagen und Mythen umranken die historischen Schauplätze von Kämpfen und Kriegen im Grenzland. Berühmt-berüchtigt ist der Raubritter Hans von Trotha, der einst vom Berwartstein aus sein Unwesen trieb und die Menschen in Angst und Schrecken versetzte. Als Hans Trapp schreckt er heute unartige junge Franzosen mit Kettengerassel und furchtbaren Lauten: Hans Trapp ist die nordelsässische Variante von Knecht Ruprecht. Des Raubritters Burg Berwartstein, bei Erlenbach gehört heute zu den am häufigsten besuchten Burgen der Pfalz. Das sagenumwobene Felsennest, das bewohnt und bewirtschaftet wird, besticht durch seine einzigartige Lage auf einem hohen Sandsteinfelsen.
Neben dem Gang durch die unterirdischen Felskammern, dem romantischgruseligen Höhepunkt jeder Burgführung, ist der atemberaubend tiefe Brunnenschacht, der einst die Wasserversorgung der Felsenburg sicherte, von besonderem Interesse – und nicht zuletzt die phantastische Aussicht, die Besucher in Scharen auf den Berwartstein lockt. Wem eine Burg nicht reicht, der kann im Dahner Felsenland auch mehrere alte Gemäuer auf einmal erleben: zum Beispiel das Burgenmassiv „Altdahn, Grafendahn und Tanstein” mit dem Burgmuseum bei Dahn. Altdahn ist die größte Burganlage in der Pfalz. Die höchstgelegene Burgruine der Pfalz ist die Wegelnburg, auf 572 Metern über Normalnull direkt an der Grenze erbaut. Bereits im 10. Jahrhundert im Walthari-Lied erwähnt wurde die Burgruine Wasigenstein bei Fischbach-Petersbächel und dem französischen Obersteinbach. Und wer von der spannenden Welt der Ritter überhaupt nicht mehr genug kriegen kann, dem sei zum Abschluss mit den Kindern ein Besuch des deutsch-französischen Burgenspielplatzes empfohlen, der mit Blick auf die Burgruine Fleckenstein unweit des Grenzortes Hirschthal in der Nähe des Landgasthofes Gimbelhof liegt.